Mit dem diesjährigen Dreikönigskonzert hat der Musikverein Thierhaupten erneut ein Glanzlicht gezündet und den Besuchern der bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrkirche Sankt Peter und Paul Wellness für die Ohren beschert. Zu einem „musikalischen Nachmittag bevor für die meisten nach der Weihnachtszeit der Arbeitsalltag wieder losgeht“ begrüßte Vorsitzender Mathias Reiter die Gäste. Am Ende der stimmgewaltigen 80 Minuten sollte sich diese saloppe Formulierung als absolute Untertreibung herausstellen. Lange anhaltender Applaus und die Forderung nach einer Zugabe waren Lohn für die gelungene Darbietung und wochenlange intensive Vorbereitung.

Den Auftakt bildete Luigi Gisallos Stockholm Waterfestival. Wie Sprecherin Anja Gastl zuvor ankündigte, geht es darin um eine Schilderung der schwedischen Hauptstadt mit ihren verwinkelten Gassen, dem großen Vergnügungspark und der nach nur wenigen Minuten Fahrt gesunkenen Wasa. Deutlich brachten Dirigent Andreas Glatzmaier und seine 61 Aktiven die einzelnen Abschnitte der Rundreise zur Geltung, ehe es mit A Coral for a solemn occasion von Marc van Delft monumental wurde. Mit dem Thema stille Wasser sind tief war der Choral für einen feierlichen Anlass komponiert und forderte von den Damen und Herren an den Instrumenten viel Luft, um die Töne zu halten.

Auch das dritte Stück handelte vom und im Wasser: Of Sailors and Whales von W.Francis McBeth dreht sich um die von Herman Melville geschriebene Geschichte von Moby Dick, Kapitän Ahab, dem Harpunier Quiquek und dem Seemann Ismael, der die Katastrophe als einziger überlebt. Michael Wenzel führte in jeden der fünf Sätze des Stückes ein und damit wurden die vom Orchester auch mit Gesang vermittelten Szenen der Seefahrt von Flaute über Sichtung des Wales bis zum Kampf und dessen Ende nicht nur hör- sondern auch spürbar. Um beim Begriff der Wellness (oder der Sauna) zu bleiben: stieg die Temperatur mit den ersten beiden Stücken, so erreichte sie bei Of Sailors and Whales die Hundert-Grad-Marke.

Dass danach der Ruheraum angesagt ist, versteht sich von selbst. Philip Sparkes The Sun will rise again, als Trost für die japanischen Tsunamiopfer 2011 komponiert, erfüllte diese Funktion, ehe bei Finnegans Wake von Archibald J.Potter die irische Lebensfreude erwachte, obwohl es darin um das Geschehe rund um eine Totenfeier und Totenwache geht. Die hervorragende Akustik der Thierhauptener Pfarrkirche unterstrich die Darbietung des Orchesters. Dass die Vorbereitung „ein hartes Stück Arbeit“, war, wie es Dirigent Andreas Glatzmaier formulierte, stand nach dem Gehörten zweifelsfrei fest. Mit dem Traditional OId Scottish melody (zu deutsch: nehmt Abschied Brüder) gab es die geforderte Zugabe.

Zuvor bedankte sich Mathias Reiter beim Hausherrn Pfarrer Werner Ehnle und dem Mesmerteam Birgit Klaus und Jürgen Unger für deren Unterstützung. Bei Glühwein und Punsch bestand anschließend im Musikantenstüberl noch Gelegenheit die gewonnenen Eindrücke auszutauschen.

 

Dreikönigskonzert 2024